Die meisten Technologieentscheidungen scheitern nicht daran, dass zu wenig Optionen geprüft werden. Sondern daran, dass zu viele Optionen gleichzeitig offen bleiben.

Ein typisches Beispiel

Ein Team bewertet mehrere Technologien für ein neues Produkt: Klassische Fertigung, additive Fertigung, Hybridlösungen. Zusätzlich kommen neue Vorschläge dazu:

  • „Das sollten wir uns zumindest anschauen“

  • „Das ist gerade Stand der Technik“

  • „Das macht der Wettbewerb auch“

Die Liste wächst. Eine klare Selektion passiert nicht, keine Technologie wird konsequent ausgeschlossen. Stattdessen: “Wir behalten das erstmal im Blick.” Was dann folgt sind parallele Bewertungen, steigender Stimmungsaufwand, widersprüchliche Ergebnisse. Und am Ende fehlt eine klare Entscheidung.

Das eigentliche Problem ist nicht die Komplexität, sondern fehlende Ausschlusskriterien.

ZONE "2 | Was Selektion wirklich bedeutet

Selektion ist nicht “Welche Technologie ist die beste?”, sondern “Welche Technologien kommen für uns definitiv nicht in Frage?” Solange Optionen offen bleiben, müssen Sie gedanklich mitgeführt werden, und der Entscheidungsraum bleibt unnötig groß. Das kostet Zeit, Aufmerksamkeit und Entscheidungsfähigkeit.

Konkretes Gegenbeispiel

Statt “Wir schauen uns additive Fertigung parallel an.” ist es besser ein Ausschlusskriterium zu definieren: “Stückkosten > Zielkosten +20%”. Wird das Ausschlusskriterium nicht erfüllt, ist das Ergebnis: Additive Fertigung wird nicht weiter verfolgt. Dadurch entsteht ein klarer Fokus, weniger Diskussion und eine schnellere Bewertung der verbleibenden Optionen.

Ihre Rolle als Entscheidungsvorbereiter

Sie sind Innovationsmanager, Produktmanager, Projektleiter für Innovationsprojekte, Senior Engineer mit strategischer Verantwortung, Technischer Consultant aus der Industrie und dem industriellen Mittelstand, Ingenieur, Entwickler, Techniker, Berater oder Consultant. Sie wollen zukunftsfähige und innovative Produkte entwickeln. Sie stecken fachlich tief drin und sehen viele Ideen scheitern oder leiden unter diffusen Entscheidungen “von oben”. Sie müssen Technologieentscheidungen für das Top Management vorbereiten.

An dieser Stelle im Entscheidungsprozess (ZONE 2 | SELEKTION) sollten sie nicht möglichst viele Optionen offenhalten, sondern den Entscheidungsraum aktiv verkleinern. Drei Fragen, die sofort Klarheit schaffen

  1. Welche Randbedingungen sind nicht verhandelbar?

  2. Welche Technologie verletzt diese Bedingungen eindeutig?

  3. Warum diskutieren wir sie trotzdem noch?

Innovation bedeutet nicht, möglichst viele Optionen zu verfolgen. Sondern die richtigen übrig zu lassen, und den Rest konsequent zu streichen.

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